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Die Grenzen des Wachstums – über 50 Jahre nichts dazugelernt?

Bericht zur Veranstaltung der Kreisverbände Emmendingen und Ortenau der Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) und der Unabhängigen Bürger (UB) mit Martin Kraus, M.A., Philosoph, Köndringen, vom 08.09.2023

Wege aus dem Wachstumszwang

„Konsumwachstum – Bevölkerungswachstum – Wirtschaftswachstum ..., das sind die Ziele der meisten Parteien, leider auch einer sogenannten grünen Partei“, so Martin Kraus bei seinem Vortrag für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) und die Unabhängigen Bürger (UB) in Köndringen am 08.09.2023.

„Natürlich ist in bestimmten Situationen Wachstum nötig, zum Beispiel beim Wiederaufbau nach einer Naturkatastrophe oder wenn man die Energieversorgung auf heimische, regenerative Energiequellen umstellen will“, so der Referent.
„Pauschales Wachstum, insbesondere exponentielles Wachstum, ist auf einem begrenzten Planeten auf Dauer nicht möglich – schon gar nicht in einem kleinen, sehr dichtbesiedelten Land ohne besondere Rohstoffvorkommen.“

Das zeige bereits der Club of Rome 1972 mit der bahnbrechenden Studie „Die Grenzen des Wachstums“; darin ginge es nicht um konkrete Prognosen einzelner Rohstoffreichweiten oder der Bevölkerungsentwicklung, wie Kritiker der Studie ständig schrieben.

Ein Blick in die Studie zeige vielmehr, dass das Neuartige das „Weltmodell“ gewesen sei, welches mathematisch formuliert und schon damals per Computer berechnet worden sei.

„In die Berechnung gingen zum Beispiel die Bevölkerungszahl, der Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung ein; dann wurden verschiedene Szenarien ab 1972 durchgerechnet, z.B. mit hohem Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum oder aber mit geringen Wachstumsraten“, erläuterte Kraus.

„Es zeigte sich regelmäßig im Weltmodell, dass hohe, exponentielle Wachstumsraten noch im 21. Jahrhundert zu solchen ökologischen Problemen führten, dass ein drastischer Einbruch der Bevölkerungszahlen erfolgte.
Es gab jedoch auch nachhaltige Szenarien, die zu stabilen Gesellschaften ohne Kollaps führten.“

Der ebenfalls anwesende Denzlinger Bürgermeister Markus Hollemann ergänzte anschließend, dass die Erkenntnisse der „Grenzen des Wachstums“ die aufkommende Ökologiebewegung stark beeinflussten und schließlich auch zur Gründung der ÖDP führten:

„Dank beharrlicher Arbeit dieser Bewegung sind die Flüsse und die Luft zumindest in Europa inzwischen sauberer als 1972; leider wurden die ÖDP-Konzepte zur effektiven und vor allem rechtzeitigen Einführung stabiler und dezentraler Energien kaum aufgegriffen – die rotgrüngelbschwarzen Parteien hatten jahrzehntelang leider andere Schwerpunkte.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass die schlecht koordinierte Abkehr von Importenergien wie Erdöl, Erdgas und Uran doch noch zeitnah durch regional oder europaweit verfügbare regenerative Energiequellen ausgeglichen werden kann. Dazu brauchen vor allem die Kommunen Finanzmittel und mehr Freiräume!“

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